23 March 2026, 20:33

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen und Unterhalterinnen, die sich für dringende Rechtsreformen einsetzen. Ihre Forderungen zielen auf besseren Schutz für Frauen – sowohl im physischen als auch im digitalen Raum.

Zu den Vorschlägen des Bündnisses gehört die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Die Initiatorinnen argumentieren, dass die Anerkennung solcher Tötungsdelikte als eigenständiges Verbrechen die systemische Dimension von Gewalt gegen Frauen deutlich machen würde.

Eine weitere zentrale Forderung ist die Strafbarkeit nicht-konsensualer, sexualisierter Deepfake-Inhalte. Die Gruppe warnt, dass KI-generierte Fälschungen in Form von Bildern und Videos zunehmend genutzt werden, um Frauen zu belästigen und auszubeuten. Zudem fordern sie ein Verbot von sogenannten "Nacktbild-Apps", die mithilfe künstlicher Intelligenz Personen auf Fotos ohne deren Zustimmung digital entkleiden.

Die Frauen setzen sich außerdem für die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells in der Sexualstrafrechtspraxis ein. Damit würde die rechtliche Beweispflicht verschoben, um vor jeder sexuellen Handlung eine klare und freiwillige Zustimmung sicherzustellen.

Um digitale Gewalt zu bekämpfen, drängt das Bündnis auf ein neues Digitales Schutzgesetz. Dieses soll Plattformen verpflichten, schädliche Inhalte zügig zu löschen und bei der Identifizierung der Täter zu helfen. Zu den Unterzeichnerinnen gehören SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Fernsehmoderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Bisher gibt es keine dokumentierte Reaktion der politischen Führung in Deutschland auf diese konkreten Forderungen.

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Der Zehn-Punkte-Plan skizziert konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Würden die Reformen umgesetzt, hätten sie weitreichende Folgen für die juristische Behandlung von Femiziden, digitaler Gewalt und sexueller Einwilligung. Das Bündnis wartet nun auf eine offizielle Stellungnahme der Politik.

Quelle